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Welche Pflanzen bieten den besten Schallschutz?

Der Lärm von der Straße vor deinem Haus ist in den letzten Jahren immer intensiver geworden und du denkst über eine Lösung nach? Oder die Atmosphäre im Büro ist nicht wirklich angenehm und du fragst dich, ob eine Pflanze wirksam gegen Lärm sein kann?

Wir schauen uns gemeinsam an, was in erster Linie für Schallschutz sorgt und wie Pflanzen dazu beitragen können.

Außerdem findest du hier die 3 besten Pflanzen für draußen im Garten und drinnen für’s Büro.

1. Was sorgt überhaupt für Schallschutz?

Ob du in deinem Garten oder im Büro: Es lohnt sich auf jeden Fall, zuerst zu erfahren, was denn überhaupt für den gewünschten Schallschutz sorgt. Dabei gibt es nämlich ein wichtiges Kriterium, was leider häufig nicht beachtet wird. Schauen wir uns daher dazu kurz an, wie Schalldämmung funktioniert.

Trifft eine Schallwelle auf ein Hindernis (z.B. eine Betonmauer), geschehen zwei Sachen:

  • Ein Teil des Schalles dringt in die Mauer ein und breitet sich so weiter aus. Da es enorme Mengen an Energie kostet, sich durch den Beton zu bewegen, dringt nur wenig Schall durch die Mauer hindurch.
  • Durch die harte Oberfläche der Mauer wird der größere Teil des Schalls einfach reflektiert, also wieder zurückgeworfen.

Was macht eine Mauer also so effektiv gegen Schall?

Je höher die Masse des Mediums, durch das sich der Schall bewegt (meistens die Luft), desto mehr Energie kostet es dem Schall diese Bewegung fortzusetzen.

Ist die Energie verbraucht, stoppt die Schallwelle und wir hören nichts mehr. Daher wird ein Geräusch auch leiser, je weiter wir uns davon wegbewegen.

2. Kann Schaumstoff den Schall isolieren?

Aus dem vorherigen Absatz können wir also für die Wirksamkeit von Pflanzen gegen Schall ableiten: Die Effektivität einer Pflanze zum Schallschutz hängt im Wesentlichen von ihrer eigenen Masse ab.

In einer Studie zu Schallschutzpflanzen vom Fraunhofer- Institut für Bauphysik aus dem Jahre 2001 wurden verschieden Pflanzen auf ihre Schalldämmung untersucht. Dabei hatten die Messungen folgendes ergeben:

Abbildung 1: Die Schalldämmung durch Pflanzen ist stark frequenzabhängig. Das heißt, es können nur bestimmte Töne aufgehalten werden. Ich habe hier schematisch die Ergebnisse aller Messungen vereinfacht dargestellt. Im Prinzip hat sich gezeigt, dass wirklich nur hohe Töne (hohe Frequenzen) durch Pflanzen beeinflusst werden. Was ist eigentlich diese „Frequenz“?

Mit Frequenz ist gemeint, wie oft eine Schallwelle pro Sekunde schwingt. Ist die Frequenz hoch, so schwingt die Welle sehr oft und der entstehende Ton ist ebenfalls sehr hoch. Ist die Frequenz jedoch sehr niedrig, sind die Töne meist tief und liegen im Bassbereich.

Die Frequenzen der menschlichen Sprache liegen zum Beispiel ca. zwischen 300 Hz und 5000 Hz. Für Musik ist dieser Bereich noch größer. Straßenlärm liegt ungefähr zwischen 500 Hz und 1000 Hz. Somit gilt in Hinblick auf die Wirksamkeit von Pflanzen gegen Schall:

Ein beträchtlicher Teil von häufig vorkommenden Lärm wie Musik oder Verkehrsgeräusche werden kaum von Pflanzen beeinflusst.

Nichtsdestotrotz zeigen Pflanzen einen nachweisbaren Effekt auf den Schall, auch wenn er sich in Grenzen hält und man nicht von effektiver Schalldämmung sprechen kann. Jedoch haben Pflanzen noch eine andere Wirkung, die sich nicht so einfach messen lässt.

Die Sache mit Schall und Lärm ist, dass sie je nach Perspektive des Einzelnen, anders wahrgenommen werden. Vor allem Hecken sind ja in erster Linie ein guter Sichtschutz und dadurch wirken sie auf uns als eine Art Barriere.

3. Welche Pflanzen helfen draußen gegen Lärm ?

Für eine möglichst gute Schalldämmung sollte die Pflanze folgenden Eigenschaften haben:

  • Immergrün, also das ganze Jahr über Laub tragen
  • Dichter Bewuchs ohne Lücken
  • Schwere Blätter mit großer Fläche
  • Blattoberfläche zeigt in Richtung des Schalls

Efeu

Abbildung 2: Die besten Werte bei der Schalldämmung wurde durch Efeu erzielt. Efeu bietet den Vorteil, dass die Blätter relativ groß sind und sehr dicht stehen. Außerdem trägt er das ganze Jahr über Blätter. Der Nachteil ist, dass Efeu eine Rankpflanze ist und daher eine Hilfe zum Wachsen benötigt. Das kann ein Zaun, eine Mauer oder auch eine andere Pflanze sein.

Kirschlorbeer

Abbildung 3: Hecken aus Lorbeer sind durch die großen und verhältnismäßig schweren Blätter annähernd so effektiv wie Efeuhecken. Der Vorteil hier ist, dass die Pflanze keine Rankhilfe benötigt und recht schnell wächst. Daher sollte die Hecke mindestens zwei Mal pro Jahr beschnitten werden.

Hainbuche

Abbildung 4: Ebenfalls als schalldämmende Hecke geeignet, ist Hainbuche. Die Blätter sind zwar nicht so schwer wie bei Efeu oder Kirschlorbeer, dafür ist Hainbuche recht widerstandsfähig gegenüber Hitze und Kälte. Der Nachteil ist, dass Hecken aus Hainbuche einige Zeit brauchen um wirklich ein dichtes Blattwerk und eine entspreche Höhe zu erreichen.

4. Welche Pflanzen helfen drinnen gegen Lärm?

Zimmerpflanzen sind natürlich nicht die effektivste Möglichkeit den Schall aufzuhalten. Dennoch kann es sich auch folgenden Gründen dennoch lohnen, bestimmte Pflanzen im Raum zu platzieren:

  • Pflanzen können die Akustik im Büro positiv beeinflussen
  • Pflanzen schaffen eine gefühlte Barriere gegen Schall

Pflanzen können bestimmte Geräusche wie zum Beispiel Gespräche zwischen Menschen dämpfen. Der Klang im Büro wird dadurch angenehmer und das führt indirekt zur Verringerung der Lautstärke.

Wenn du nämlich ein gutes Klanggefühl im Raum hast, dann sprichst du automatisch leiser. Hallt es jedoch sehr, passt du deine Lautstärke unterbewusst an die Akustik im Raum an.

Außerdem wird Schall bevorzugt von glatten und harten Oberfläche reflektiert und so wieder in Raum geworfen, wo er erneut reflektiert wird.

Da Pflanzen in den meisten Fällen in der Nähe von Fenster platziert werden, können sie so hervorragend verhindern, dass der Schall von der harten Glasoberfläche 1 zu 1 in den Raum zurückgeworfen wird.

Gummibaum

Abbildung 5: Gummibäume können durch ihr schweres Blattwerk sehr gut den Schall in einem Raum verändern. Am besten eigenen sich dazu mehrere große Pflanzen in den Ecken oder in der Nähe eines Fensters.

Fensterblatt

Abbildung 6: Durch ihre enorme Größe sind Fensterblattpflanzen hervorragend dazu geeignet den Klang innerhalb eines Zimmers zu verändern.

Efeutute

Abbildung 7: Etwas pflegeleichter als ein Gummibaum oder Fensterblatt, reinigt Efeutute die Luft. Direkte Sonneneintrahlung ist allerdings nicht optimal für diese Pflanze.

5. Zusammenfassung

Pflanzen sind durchaus in der Lage, Schall zu absorbieren. Dieser Effekt tritt jedoch ausschließlich bei Frequenzen von mehr als 1000 Hertz (Hz) auf. Vereinfacht gesagt, betrifft das also nur wirklich hohe Töne bzw. Geräusche. Selbst Gespräche zwischen Menschen liegen bereits zwischen 300 Hz und 5000 Hz.

Auch wenn Zimmerpflanzen und auch Hecken keine wirklichen Barrieren gegen den Schall darstellen, so können sie durchaus zu einer empfundenen Verringerung des Lärms beitragen.

Den nachweislich besten Effekt im Außenbereich erzielen dabei Efeuhecken, Efeutute, Gummibaum und Fensterblatt für den Innenbereich sind ebenfalls eine gute Wahl. Wichtig sind vor allem die Größe und dicke der Blätter.

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Hallo, ich bin David und schreibe hier über meine Experimente im Umgang mit Schall & Schallschutz. 🙂
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